SSV Boppard 1920 e.V.

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90 Jahre Spiel- und Sportverein 1920 Boppard e.V.

Viele Höhen, viele Tiefen, aber immer die Hoffnung auf bessere Zeiten. Seit 1920 steht der SSV Boppard beim Fußball in dieser Stadt für große Erfolge, aber auch für herbe Enttäuschungen. Als der Verein 1920 gegründet wurde, war der Fußballsport in Deutschland gerade populär geworden.
Zu den Gründungsvätern des Bopparder Fußballsportvereins (FSV), wie der SSV damals hieß, gehörten neben Ingenieur Wilhelm, der auch den Vorsitz übernahm, Josef Hewel, Philipp Noll, Kaspar Hilgert, Hans Hommen, Rudolf Koelges, Jockel Esper, Martin Mohr.


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Die Mannschaft aus dem Gründungsjahr 1920:
(v.l.) Kaspar Hilgert, Hubert Kollmar, „nicht bekannt“ (n.b.), Jakob Esper, Hans Hommen, Emil Vogt, Philipp Noll, Toni Höfer, Alf Weirich, Wilhelm Waibel, n.b.


Zunächst spielte man auf dem Sportplatz am Gymnasium, der jedoch bald für den Spielbetrieb gesperrt wurde. Dennoch war der Idealismus im neugegründeten Verein so groß, dass man, da in Boppard keine Möglichkeit mehr bestand, trotz großer finanzieller Belastung und unendlicher Mühen auf auswärtigen Plätzen spielte.
Der zwischenzeitliche Versuch, auf dem Gelände des Grapenhofs in Selbsthilfe einen eigenen Platz zu planieren, wurde schnell wieder aufgegeben. Hauptgrund dafür war, dass es 1923 gelang, die Genehmigung zum Ausbau des „Alten Friedhofes“ als Sportplatz zu erhalten. In mühevoller Kleinarbeit wurde das Gelände in Eigeninitiative hergerichtet. Das Platzproblem war nun aber für lange Zeit gelöst.

Die sportliche Entwicklung erreichte in den Jahren nach 1931 einen Höhepunkt: Von 1931 bis 1934 spielten die Bopparder zusammen mit Vereinen wie TuS Neuendorf, SV Niederlahnstein, SC Oberlahnstein und FC Metternich in der höchsten Spielklasse des Westdeutschen Fußballverbandes. Leider stiegen sie 1934 wieder ab.

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Die erfolgreiche Mannschaft von 1933:
(v.l.) A. Weirich, J. Jackmuth, P. Altenhofen, Hilgert, Cl. Steiner, H. Lorenz, H. Sturmes, W. Altenhofen, R. May, R. Fisy, J. und A. Decker


Ein Höhepunkt der erfolgreichen Jahre war das ehrenvolles 2:2-Unentschieden vor mehr als 1000 Zuschauern gegen den mehrmaligen Landesmeister Union Luxemburg, die mit  5 Nationalspielern an Ostern 1934 auf dem heimischen Fußballplatz in Boppard angetreten waren.  Die lokale Presse war voll des Lobes über eine Klasseleistung und sah „ein schönes und schnelles Freundschaftsspiel. Breitbach im Tor war ausgezeichnet, und Boppard konnte (nach einer 2-Tore-Führung) nur unter Aufbringung aller Kraft und unter Hinzunahme allen Eifers dieses Unentschieden retten.“

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Boppard im dunklen Trikot v.l.:
J.Hermanspahn, R. Weinand, Heuchmer, E. Zimmermann, Willi Altenhofen, A. Mallot, Andi Decker, (kniend:) A. Weirich, J. Bröder, Karl Decker, Torwart Breitbach


Am 1. September 1937 wurde im Gasthaus „Winzerverein“ die Vereinigung der beiden Sportvereine TG 1892 Boppard und des Bopparder Fußballsportvereins auf Druck des damaligen NS-Regimes vollzogen.
Zu einem “legendären“ Freundschaftsspiel kam es am 2. Januar 1938. Aus ehemaligen Spielern des „FSV“ hatte sich eine Alte-Herren-Mannschaft formiert, die auf die aktuelle Stammelf der Turn- und Sportgesellschaft traf. Spielleiter war Franz Görg.
Das Spiel gewann die, so die Presse, „junge Meisterelf durch bessere Körperkonstitution nach vielem und schönem Kampf“ in einem torreichen Spiel mit 6:4 Toren.
Und vorher: „Ganze Fässer Bier und Wein sind verwettet worden.“ Unter den zahlreichen Zuschauern war auch „Protektor“ Franz Adolf Lorenz sowie Pressefotograf Karl Daiber.
Schon damals war der Jugendfußball eine starke Säule des Vereins. Am 29. März 1936 zitierte die Presse beim 7:2-Sieg des „Sorgenkindes“  2. Mannschaft: „ … zumal der Kampf mit einigen Leuten der Jugendmannschaft durchgeführt wurde. Aber nicht Ersatz waren diese, sondern eine beträchtliche Verstärkung für unsere 2. Elf.“
Erwähnenswert sind auch die damaligen politischen Einflüsse auf den Sport. So ist beispielweise in den sorgfältig geführten Protokollbüchern folgendes aus dieser Zeit dokumentiert:
29.3.1936:
Spielfrei für alle Mannschaften, da der FSV  Boppard geschloßen an dem Treuebekenntnis zum Führer teilnimmt. Bei dem abendlichen Fackelzug war der FSV mit 38 Teilnehmern der stärkste zivile Verein, Standartenträger und Begleiter im Dress.
20.3.1938:
Anläßlich der Reichstagsrede des Führers spielfrei!

In der Saison 1938/1939 gelang der sportliche Wiederaufstieg der 1. Mannschaft. Allerdings wurde aufgrund des Kriegsausbruchs nur noch ein einziges Spiel gegen den TuS Neuendorf bestritten, das mit 1:4 verloren ging. Vor Beginn  dieser Saison schrieb das „Nationalblatt“: ...
„Auch diese Einheit hat nicht unverdient den Aufstieg geschafft. Sie zählt zu den Mannschaften, die schon jahrelang einen guten Fußball spielen und vor allem zu Hause eine Mannschaft sind, die nicht so leicht aus dem Sattel gehoben wird.
In der kommenden Saison haben die Bopparder ebenfalls Gelegenheit, gegen spielstarke Mannschaften ihr Können zu beweisen. …“.

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Ein Jubilar der Jugend: „Andi“ Decker

Im Dezember 1949 wurde Andreas Decker, genannt „Andi“ (Foto) als „Jubilar der Jugend“ geehrt. 1924 hatte er mit 12 Jahren in der 4a-Jugend seine Fußballerlaufbahn begonnen. Auszug aus der Rheinischen Zeitung vom 24.12.1949: Das „kleine zierliche Kerlchen“ überragte schon mit 16 seine Mitspieler in technischer Beziehung um eine Klasse. Gegen seinen Schuß war schon damals, wie auch heute, kein Kraut gewachsen. Mit seinem hervorragenden techn. Können schoß er die meisten Tore und erfreute sich später der schärfsten Bewachung durch die gegnerische Deckung. In guter Erinnerung ist noch ein Auswahlspiel im Jahr 1929 gegen eine Auswahl der Bezirksklasse Koblenz, das die St. Goarer Kreismannschaft mit 3 : 1 gewann. Andi schoß als Mittelstürmer alle drei Tore. Auch nach dem Krieg stellte sich Andi wieder zur Verfügung. Nie hat er gefehlt, immer ist er zur Stelle. Auch heute noch mit 37 Jahren ist er einer der besten und schnellsten Stürmer.

Nach dem 2. Weltkrieg mussten sämtliche Sportvereine neu beginnen, so auch der Bopparder. Und wieder trat das Problem auf, wo gespielt werden konnte. Zunächst wurden alle Spiele auswärts ausgetragen, bis die Heimspiele schließlich in Buchholz stattfinden konnten. Mehr als einmal mussten die Bopparder Fußballer zu Fuß nach Buchholz und zurück. Scheinbar kein Problem für die  fröhliche Jugendmannschaft des SSV der Saison 1949/50 auf der Buchholzer Heide:

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B-Jugend-Mannschaft 1949
(Stehend, v.l.:) Toni Biller, Franz Josef Breitbach, Horst Christ, Rolf Jakobs, Betreuer Alfred „Stämmche“ Werner, (kniend, v.l.:) W. Eulenborn, Martin Becker, Hermann Sturmes, (vorne, v.l.:) Werner Decker, Norbert Bardel, Hans Coune

Währungsreform und die besseren Lebensbedingungen stellten den Verein vor weitere Fragen: Die Spieler, die nicht mehr bereit waren, jeden Sonntag in Buchholz zu spielen, drängten darauf, einen eigenen Sportplatz herzurichten. Das Gelände des alten Sportplatzes, das die Franzosen nach der Besetzung wieder geräumt hatten, war nun durch einen Industriebetrieb blockiert. Nach einigem Hin und Her wurde von der Stadt die Erweiterung des Sportplatzes am Gymnasium in Aussicht gestellt.
Dies wurde allerdings erst durch einen Grundstückstausch möglich, den der damalige Bürgermeister Jakob Clotten mit dem Besitzer des an den Sportplatz grenzenden Gartens aushandelte. Die Herrichtung des neuen Sportplatzes führte der Verein in Eigenregie durch. In einzelnen Arbeitsgruppen wurde in Tages- und Nachtschichten am Bau des Sportplatzes gearbeitet. Diese unbezahlten Arbeitsleistungen  der vielen freiwilligen Helfer machte es möglich, dass in Boppard wieder Fußball, Handball und Leichtathletik betrieben werden konnte.
Es stellten sich jedoch erneut Schwierigkeiten ein: Fußball- und Handballabteilung vermehrten ihre Mannschaften und die Leichtathleten benötigten häufig den Sportplatz für das Training.

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Die in schwierigen Zeiten des Neuaufbaus amtierenden Vorsitzenden
(Auszug Rhein-Zeitung vom 4.3.1968)


So kam es immer häufiger zu Meinungsverschiedenheiten, die der Vorstand schlichten musste. Stimmen, die wieder eine Trennung in die vor 1937 bestehenden Vereine forderten, wurden lauter. Am 21. Januar 1950 war es dann soweit: Eine Mitgliederversammlung der Abteilungen Turnen, Handball und Leichtathletik beschloss die Ablösung von der Fußballabteilung.
Die sportliche Entwicklung der nach dem Krieg neuformierten 1. Fußballmannschaft war sehr erfolgreich, was die Erringung der Bezirksmeisterschaft im Jahr 1947 deutlich unterstrich.
Auch die Reserve-Mannschaft wurde ein unverzichtbarer Bestandteil des sportlichen Erfolges, da ihre Spieler immer wieder bei verletzungsbedingten Ausfällen in der 1. Mannschaft eingesetzt werden konnten. Am 11. Mai 1951 stellten sich folgende „Reservisten“ dem Fotografen:

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Reserve des SSV im Mai 1951
(stehend v.l.:)  Hans Kersting,  Alfred Werner, Josef Stapf, Jakob „Köb“ Krautkrämer,  Martin Becker, Walter Lauer, Günter Rätz, Peter Schwertel, (kniend:) Toni Biller, Torwart Hill, Hans Coune

Einige Jahre später gelang es dem SSV, eine kleine Flutlichtanlage auf dem Gymnasialsportplatz anzubringen, die beim abendlichen Trainings- und Spielbetrieb sehr nützlich war, um dem sportlichen Erfolg durch ausreichende Trainingsmöglichkeiten den Weg zu bereiten. Es war eine Investition in die Zukunft. Großer Erfolg in der Saison 1957/58: Die 1. Mannschaft des SSV gewann auf dem Sportplatz am Gymnasium den Meistertitel der A-Klasse im Fußball-Rheinkreis.

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Meistermannschaft 1957/58:
(v.l.:) Linienrichter Josef Rüdel, Franz Zalenka, Erich Wagner, Werner Adler, Herbert „Sambo“  Decker,  Dieter Engelmann, Jochen Steiner, Toni Breitbach, Josef Kollmar, Betreuer Willi Held, (kniend:) Friedel Heeb, Arthur Schütz, Hans Kersting

Erfolgreich startete auch die Jugendarbeit. Im Jahr 1949 nahm die unter Betreuer und Trainer Willi Held neu aufgestellte B-Jugend erstmals an einer Meisterschaftsrunde teil und wurde auf Anhieb Kreismeister des Kreises St. Goar. Bei den anschließenden Bezirksmeisterschaften belegte sie hinter Metternich und Bad Ems einen guten 3. Platz.
In der Spielzeit 1950/51 rückte die Mannschaft geschlossen in die A-Jugend auf und belegte hinter Bad Salzig den 2. Tabellenplatz. Im Entscheidungsspiel nach Punktgleichheit gewann Bad Salzig mit 2 : 1 Toren. Es spielten für Boppard: Benner, Christ, Maring, Heidger, Schneider, Steiner, Kölges, Eulenborn, Rätz, Laich, Sturmes, Marx, Astor, Stapf und Hermannspahn.

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Kreismeister 1958, die B-Jugend des SSV auf dem Sportplatz am Kant-Gymnasium:
(v.l.n.r.): Platzwart Link, Reiner Seus, Peter Nick, Siegfried Kaul, Betreuer Georg Ottenbreit, (2. Reihe:) 1. Birnstock, Walter Hermanspahn, 2. Birnstock, Theo Jeuken, Willi Runkel, Michael Spitzley,  (kniend:) Richard Ermert, Wolfgang Pletsch, Karl Link, Platzbelag „grobe Lava-Asche – Schwalben so gut wie ausgeschlossen und sowieso noch nicht bekannt“

Die Erfolge im Jugendfußball setzten sich in der Folgezeit fort. Martin Staaden, Willi Held, Willi Altenhofen, Matthias Lindemann, Alfred „Stämmche“ Werner, Jupp Wiegel, Erwin Kress, Peter Link, .. Anhut, Willi Rätz, Georg und Günter Ottenbreit, Bubi Hermannspahn, Rolf Fieseler, Adolf Kollmar, Hartmut Wolf, Theo Jeuken, Karl-Heinz Becker und viele andere „Ehrenamtliche“ opferten von den 1950 bis in die 70er Jahre ihre freie Zeit und waren als Trainer, Betreuer und/oder Sponsor Garanten für eine erstklassige Jugendarbeit.

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Die C-Jugend im Jahr 1963:
(stehend v.l.:) Georg Ottenbreit, Willi Grotstollen, .. Syré, Paul Icks, .. Anhut, Dieter Dehl, Wendel Hoffmann, .. Görg, Emil Decker, Betreuer .. Anhut, (kniend:) Walter Breitbach, Walter Grusius, Karl-Heinz Meier


Mit der 1. Mannschaft konnte der SSV ab Beginn der 60er Jahre mit Spielertrainer Ferdl Warth erneut an die früheren erfolgreichen Fußballzeiten anknüpfen. Inzwischen fanden auch viele spannende Spiele unter Flutlicht auf dem Gymnasialsportplatz statt. Dank Ferdl Warth, der als aktiver Spieler von TuS Neuendorf nach Boppard wechselte, kam es auch zu zahlreichen Freundschaftsspielen gegen höherklassige Mannschaften.
Unvergesslich auch das Spiel, in dem der ehemalige Nationaltorhüter  der Weltmeisterelf von 1954, Toni Turek, mit seiner Mannschaft, dem TURO 1880 Düsseldorf, in Boppard mitwirkte. Die Bopparder gewannen gegen das zwei Klassen höher in der 2. Amateurliga spielende Team mit 4:3-Toren.

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Erfolgself der 60er Jahre (v.l.): Theo Jeuken, Michael Spitzley, Franz Zalenka, Fred Paulsen, Spielertrainer Ferdl Warth, Dieter Engelmann, Josef Bender, Ferdl Warth jun., (kniend:) Walter Icks, Ferdi Münch, Winfried Assmann

An den besonderen Geruch der mangels „Neuausstattung“ für die Flutlichtspiele glänzend weiß lackierten Fußbälle werden sich die zahlreichen Fußballanhänger dieser Zeit wohl heute noch gerne erinnern.
Dem sportlichen Treiben auf dem Fußballplatz am Gymnasium wurde 1965 ein jähes Ende bereitet, als der damalige Kreis St.Goar die Erweiterung des Gymnasiums verwirklichte. Gespielt wurde daraufhin auf der im Jahr 1964 im Ortsteil Buchenau errichteten und im Herbst 1966 endgültig fertiggestellten Sportanlage.
Bereits Ende er sechziger Jahre wurden auch Pläne gehegt, dort einen zusätzlichen zweiten Platz zu bauen und das Spielfeld mit  Naturrasen zu versehen. Doch bis es soweit war, vergingen noch rund 35 (!) Jahre. Stadion und Umkleidegebäude standen nach Fertigstellung schließlich im September 2002 Fußballern und Leichtathleten uneingeschränkt zur Verfügung.
Kurz vor dem 50-jährigen Vereinsjubiläum im Jahr 1970 gab es sportlich einen herben Rückschlag: Nachdem man in der Saison 1967/68 noch hinter dem SC Oberlahnstein die Vizemeisterschaft erringen konnte, stieg die 1. Mannschaft im Folgejahr aus der A-Klasse, in der jahrelang gespielt wurde, ab.

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Die 1. Mannschaft der Saison 1968/69 im Stadion in Buchenau: (v.l.) , Paul Icks,  Willi Jung, Herbert „Sambo“ Decker, Theo Jeuken, Jakob „Köb“ Bertram, Fred Müller,  Josef Kollmar, Peter Lindemann, Franz Zalenka, Trainer Erich Reid, (kniend:)  Peter Nick, die Torwartlegenden Friedel Nolde und Werner Viehl, Walter Icks, Winfried Assmann

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1.  Mannschaft im Jahr des 50.-Jubiläums 1970:
(v.l.:) Paul Icks, Spielertrainer Dieter Siegmann, Peter Grotstollen, Günter Seus, Hardi Lindemann, Alois Ponipal, Peter Nick, 1. Vorsitzender Heinz Veith
(kniend:) Peter Breitbach, Helmut Biller, Horst Schunk, Winfried Pfeil, Aman …, Hans Klein und Rudi Löwe

Erst die Saison 1974/75 wird als eine weitere der erfolgreichen in die Vereinsgeschichte eingehen. Mit 50:2 Punkten und 127:32 Toren wurde die 1. Mannschaft des SSV Boppard ungeschlagen Kreismeister und Aufsteiger in die A-Klasse. Die Mannschaft hatte ein Durchschnittsalter von nur 20 Jahren. Zu den jungen Talenten der Erfolgself zählten damals beispielsweise Bernhard und Heinz Liesenfeld, Robert Schardt und Gerd Icks. Spielertrainer war Helmut „Kicker“ Biller, Teambetreuer Herbert „Sambo“ Decker.
Nachdem allerdings einige Talente von höherklassigen Vereinen entdeckt wurden und schließlich dorthin wechselten, blieben die Erfolge zunächst aus. Erst nach der Saison 1978/79, in der man noch gegen den Abstieg in der A-Klasse spielen musste, begannen in Boppard erneut gute Fußballzeiten. Mit Spielertrainer Norbert Neuser, dann Ferdl Warth und schließlich Hubert Liesenfeld als Spielertrainer führte der Weg aus der A-Klasse (79/80 Tabellenzweiter) über den Aufstieg in die Bezirksliga (80/81) schließlich bis in die Landesliga.

Allerdings ging es beim Durchmarsch in der Bezirksligasaison 1981/82 denkbar knapp zu: Vor dem letzten Spieltag stand der SSV noch auf Platz 2 der Tabelle, punktgleich mit Tabellenführer TuS Kottenheim. Der Tabellenführer patzte, Boppard siegte beim SV Arzbach nach einem 0:2-Pausenrückstand in einer dramatischen Aufholjagd noch mit 3:2. Der Siegtreffer fiel in der 88. Spielminute(!).  In der Landesliga konnte sich der SSV Boppard fünf Jahre lang halten.

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Die Landesliga-Mannschaft des SSV der Saison 1981/82:
(Stehend, v.l.) 2. Vorsitzender Werner Bleuel, Heinz Liesenfeld, Robert Schardt, Hans Klingen, Gregor Wald, Jupp Esser, Gerd Icks, Markus Rüdel, Trainer Ferdl Warth, (kniend, v.l.) Markus Steidel, Hubert Liesenfeld, Paul Biller, Bernhard Liesenfeld, Hans Kemp, Emil Sturmes, Michael Schreiber

Hatte es der SSV 1980 bis 1982 in zwei Jahren erreicht, von der A-Klasse bis in die Landesliga durchzumarschieren, bewiesen sie in den Jahren 1986 bis 1988, dass es auch umgekehrt gehen kann: Geradewegs führte der Weg zurück in die A-Klasse. Erst nach drei Jahren gelang mit Trainer Emil Sturmes der Wiederaufstieg in die Bezirksliga.
Aber 1993 musste man erneut absteigen und den bitteren Weg in die A-Klasse antreten und nach einem erneuten Negativdurchmarsch war der SSV Boppard 1993/94 sogar in der B-Kreisliga angelangt. Auch das 75-jährige Jubiläum des SSV Boppard brachte keine Verbesserung mit sich. Spieler verließen, nachdem der Wiederaufstieg gescheitert war, den Verein. Der langjährige und verdiente Vorsitzende Hermann Schladt stand für ein weiteres Engagement im Verein nicht mehr zur Verfügung, aber:
Ein Standbein des Vereins, die Jugendarbeit, entwickelte sich prächtig. Öffentliche Werbeauftritte wie beim Bopparder Mai und bei Einführung des damaligen Bürgermeisters Wolfgang Gipp im August 1987 führten zu einer regen Nachfrage und schon bald zur Neugründung einer bis da fehlenden D-, E- sowie F-Jugend, die nach Anfangsschwierigkeiten schon bald erfolgreich auf Kreisebene,  mit einer C-Jugend bis zum Aufstieg in die Bezirksliga führte.
Ein großer Verdienst von Hermann Schladt, Jugendleiter Hans Hoffmann sowie Jugendtrainern und –betreuern dieser Zeit.

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Der SSV steht für eine erfolgreiche Jugendarbeit!
Das Foto zeigt die F-Jugend des SSV nach dem Gewinn der Hallenkreismeisterschaft 1990

Einige Altvorderen um den neuen Vorsitzenden Norbert Neuser übernahmen die Vereinsgeschäfte. Um den langjährigen Ausnahmespieler Robert Schardt formierte sich über zwei Jahre wieder langsam eine neue Mannschaft, in der auf eigene Jugendspieler sowie auf erfahrene Oldies gesetzt wurde, um in der B-Kreisliga bestehen zu können.
Weitere für die erfolgreiche Entwicklung im Jugendfußball entscheidende Impulse setzten die Jugendleiter Martin Strömann und Michael Melzer, die von der A-Jugend bis zu den Bambinis die ganze Breite des Jugendfußballs organisierten. Hohe Anerkennung erfuhr das Engagement im Jugendbereich und bei der Integration von ausländischen und Aussiedlerjugendlichen durch die Verleihung des 1. Platzes des Jugendförderpreises beim Fußballverband Rheinland im Jahr 1998.
Aufwärts ging es dann auch wieder mit der 1. Mannschaft ab der Saison 1997/98: Nachdem mit Spielertrainer Hans-Jakob Klingen zunächst ganz knapp die Meisterschaft im letzten Spiel gegen Simmern verfehlt wurde, gelang dann 1999 souverän der ersehnte Aufstieg in die Kreisliga A. In Nörtershausen konnte die Mannschaft durch einen 3:0-Sieg über die SpVgg Klotten außerdem den Kreispokalsieg feiern. Das Double war ein weiterer großer Erfolg in der Vereinsgeschichte.

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Kreismeister- und Pokalsieger 1999
(stehend v.l.:) Abteilungsleiter Fußball Gerd Icks, Vitali Hagen, Hans-Jörg Kreuz, Frank Gutmann, Dirk Wernscheidt, …, Andreas Zeiler, Frank „Sambo“ Decker, Marcel Nickenig, Frank „Johnny“ Otten.
Knieend v.l. Mario Esser, Robert Schardt, …, Spielertrainer Hans-Jakob Klingen, Udo Finkbeiner , …“Schoppe“, Markus Lenarz

  1. am 16. Mai 1999 schon der Aufstieg in die A-Klasse perfekt, so sah sich der Vorstand des SSV im Jahr 2000 auf Grund einer sehr dünnen Spielerdecke vor dem Problem, eine Mannschaft für die A-Klasse melden zu können. Sogar ein freiwilliger Abstieg und die Auflösung der Mannschaft standen zur Debatte. Der Vorstand beschloss auf Grund dieser Situation eine Spielgemeinschaft mit dem „Lokalrivalen“  aus Bad Salzig einzugehen. Der VfR Salisso Bad Salzig spielte zu dieser Zeit in der B-Klasse. Die Gründung dieser Spielgemeinschaft unter dem Namen SG Rheintal wurde von zahlreichen kritischen Stimmen begleitet, doch unbeirrt startete die erste Mannschaft unter Trainer Uwe Schütz in der A- und die zweite Mannschaft unter Robert Schardt in der B-Klasse.

Ab Herbst  2002 verbesserten sich dann endlich die sportlichen Möglichkeiten mit der Fertigstellung des BOMAG-Stadions:
Am 16. September 2002 wurde die Sportstätte in Buchenau durch den rheinland-pfälzischen Sport- und Innenminister Walter Zuber und Bürgermeister Dr. Walter Bersch offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Gut 1,5 Millionen Euro wurden für die, so die Rhein-Hunsrück-Zeitung, „attraktive, moderne und wettkampftaugliche“ als Naturrasenplatz mit Kunststofflaufbahnen, Kunstrasenplatz und Basketballspielfeld ausgebaute Sportanlage investiert. 40 % der Baukosten trug das Land, 10 % der Kreis, die Fa. BOMAG beteiligte sich mit einem größeren Spendenbetrag und gab dem Stadion seinen künftigen Namen.
Eine weitere Aufwertung erfolgte im dritten Bauabschnitt, dessen Vollendung im Mai 2009 gefeiert werden konnte. 860.000 Euro hatte die Generalsanierung des Umkleide- und Sanitärgebäudes gekostet – 196.000 Euro steuerte das Land bei.
Das „Fußballplatz-Problem“, mit dem der SSV Boppard in der Vergangenheit immer wieder konfrontiert war, ist hierdurch für lange Zeit optimal gelöst.
Nachdem Uwe Schütz als Trainer im Frühjahr 2003 zurücktrat, übernahm Robert Schardt die abstiegsbedrohte SG Rheintal I bis zum Saisonende. Es folgte dennoch der Abstieg in die B- Liga Süd. Hans- Jakob Klingen übernahm als Spielertrainer die Mannschaft und führte diese ein Jahr später wieder in die A-Klasse Hunsrück-Mosel. Im Jahr 2004 feierte nach dreißigjähriger fußballerischer Laufbahn Robert Schardt sein Abschiedsspiel. Weitere Höhepunkte dieses Jahres waren der große WM-Tag, auf dem sich Aktive aus 22 Nationen des Vereins im Stadion vorstellten sowie ein Probetraining mit dem Mainzer Bundesliga-Trainer Jürgen „Kloppo“ Klopp.

Für die Saison 2004/05 wurde Reyad David als Spielertrainer verpflichtet. Am 8.10.2004 gewann der SSV Boppard anlässlich der WM 2006-Kampagne ein Spiel gegen den Bundesligisten MSV Duisburg, das annähernd 2000 Zuschauer im BOMAG-Stadion verfolgten. Trainer Reyad David und  Hans-Jakob Klingen, der als 47-jähriger nochmals das Tor hütete, gelang dann der Durchmarsch aus der B-Klasse in die Bezirksliga-Mitte im Sommer 2005. Im selben Jahr folgte Wolfgang Kokoscha als neuer Vorsitzender dem Vorsitzenden Norbert Neuser, der das Amt zehn Jahre innehatte.

Nach dreieinhalb mehr oder minder erfolgreichen Bezirksligajahren verließ Reyad David den Verein in der Winterpause 2008. Den Weggang ihres Spielertrainers Mike Biller ein halbes Jahr später konnte die Mannschaft auch unter ihrem neuen Trainer Pavel Krol nicht verschmerzen. Auch die Verpflichtung von Alt-SSVler Kai-Uwe Schmidt konnte die SG Boppard- Bad Salzig nicht vor dem Abstieg aus der Bezirksliga bewahren.

Zur neuen Saison steht der Verein vor großen Herausforderungen, um nicht wieder bis in die B-Klasse durchgereicht zu werden. Bleibt zu hoffen, dass es dem SSV Boppard gelingt, sich in der A-Klasse zu halten und wieder an viele seiner herausragenden Fußballzeiten anzuknüpfen.
Fazit: Der SSV 1920 e.V. Boppard wirkt im Auf und Ab des „unbezahlten“ Fußballs und lebt vom Idealismus der Akteure.
Er hat sich immer wieder mit vollem ehrenamtlichen Engagement und sehr erfolgreich für den sportlichen Erfolg seiner Amateure eingesetzt. Allen, die hieran in den 90 Jahren seines Bestehens mitgewirkt haben, gebührt  hierfür ein herzliches Dankeschön. Dies gilt im Besonderen für die ehrenamtliche Unterstützung im Jugendbereich. Sie ist die Grundlage für die Zukunft des SSV 1920 Boppard e.V.

Ein herzliches Dankeschön
allen, die durch Informationen, Bilder, Dokumente, Rat und Tat an der Erstellung der Chronik mitgewirkt haben!